Donnerstag, 29. Januar 2015

Beauty Talk




Hey meine Liebsten!
Ich dachte heute gibt’s  mal etwas ganz anderes auf meinem Blog. Normalerweise stelle ich euch einfach meine liebsten oder neusten Schmink oder Fashion Items vor, aber oftmals finde ich, dass diese Art über Makeup zu reden nur einseitig und vielleicht auf lange Dauer zu oberflächlich für manche ist. Deswegen starte ich nun eine neue Serie mit dem Namen "Beauty Talk", um somit eine kleine Plattform für Diskussionsthemen bezüglich der Beauty-Welt zu schaffen! 
Vorweg: Keine Frage, ich LIEBE Makeup und ich könnte mich den ganzen lieben Tag damit auseinandersetzen, aber auch ich muss zugeben, dass das Thema Beauty nicht immer nur positive Seiten zu bieten hat und deswegen möchte ich speziell heute meine Gedanken über einzelnen negativen Aspekte (aus meiner Sicht) mit euch teilen. Ich würde es sehr schätzen, wenn ihr mir auch eure Meinungen zu den (kommenden) Themen oder zur Serie mitteilen würdet und wir hier, wenn möglich, eine interaktive Diskussion starten könnten :) Deswegen seid nicht schüchtern und kommentiert!


Ich denke es ist für mich eine Abwechslung auch mal etwas tiefer in die Welt der Schönheit einzutauchen und vielleicht ein paar unbequeme Wahrheiten zu äussern, die mich in der letzten Zeit häufiger beschäftigt haben, als mir vielleicht lieb ist.  Als ich mir letztens selbst die Frage gestellt habe, was mich an Schminksachen so fasziniert, habe ich folgendes festgestellt: Klar die meisten Produkte sehen super hübsch aus und allein die Verpackung trägt dazu bei, dass ich mir einrede, ich muss, muusss das haben. Aber was mich wirklich dazu bringt etwas zu kaufen, ist die Vorstellung, die ich in meinem Kopf zusammenspinne, wie mich das Produkt verändern und aussehen lassen wird. Und das ist selbstverständlich auch der Sinn von Beauty-Produkten: ein wenig nachzuhelfen. Aber leider musste ich feststellen, dass die "Nebenwirkungen" oft doch weiter reicht als ich zunächst erkennen konnte.

Wir Frauen haben es da wirklich leicht mit der mittlerweile riesigen Auswahl an kleinen Helfern: Haben wir zu kurze Wimpern, kleben wir uns welche an, verleihen ihnen neuen Schwung mit der Wimpernzange und färben sie dann zum krönenden Abschluss mit Mascara ein. Gefällt uns unser Teint nicht, bemalen wir unser Gesicht wie Picasso. Mögen wir unsere Nägel nicht, lassen wir uns einfach neue aus Acryl formen und bepinseln dann halt diese. Haben wir zu wenig Haare, klippen wir uns einfach fremde rein, fällt ja eh niemandem auf. Haben wir unsere Augenbrauen überzupft, ist das auch kein Problem, wir malen uns einfach Neue und passt uns unsere Augenform nicht, helfen wir mit weissem oder schwarzem Kajal ein wenig nach und schon haben wir Katzenaugen, als wären wir Catwoman höchstpersönlich.

Versteht mich nicht falsch, ich bin wirklich heilfroh über all diese Möglichkeiten und auch ich mache tagtäglich Gebrauch von all dem. Was ich aber sagen will, ist dass Makeup ein Segen und ein Fluch zugleich sein kann.  


Wann habt ihr euch denn zuletzt ganz ohne Makeup und andere Beauty-Krimskrams pudelwohl gefühlt und das in der Öffentlichkeit? (Die Frage ist natürlich an all die Beauty-Junkies gerichtet!) Ich musste diese Frage zu meinem Erschrecken mit folgendem Satz beantworten: In der Primarschule! Schrecklich!  Das Problem, das ich bei mir festgestellt habe ist, dass je mehr ich mein Aussehen von Produkten abhängig mache (und durch die ich eine selbstbewusstere Version von mir erschaffe), desto unwohler fühle ich mich, sobald sie mal wegfallen. Ich fühle mich heute unwohler ohne Makeup als noch vor 3 Jahren (ohne Makeup). Ich behaupte, dass es noch nie so einfach war wie heute,  äusserlich gesehen jemand zu sein, der wir nicht sind. Auf Bildern sehen wir besser aus, als im wahren Leben und erschrecken uns vor dem Gedanken, ohne ein bisschen Farbe aus dem Haus zu gehen. Eigentlich sehr schlimm! Mit Schminke schaffen wir uns ein neues Ich, das uns besser gefällt. Wir entscheiden, wie andere uns wahrnehmen! Vielleicht steckt ja in jedem von uns ein kleiner Dr. Frankenstein :)


Ich weiss, dass das jetzt für viele da draussen nicht nachzuvollziehen ist, aber ohne ein wenig Farbe im Gesicht fühle ich mich gleich viel kindlicher. Natürlich geh ich oft auch ohne Makeup aus dem Haus, weil vielleicht die Zeit nicht gereicht hat oder ich einfach keine Nerven für das Schaffen eines Gemäldes hatte, aber wenn ich aus dem Haus bin, fühle ich mich komplett anders, als wenn ich mich geschminkt hätte. Aber ich bin ja eigentlich immer noch ich: also wieso verdammt noch mal fühle ich mich dann wie eine komplett andere Person? 
Manchmal frage ich mich, ob Makeup auch als eine Art Droge wirkt: es pusht uns, gibt uns ein selbstwertstärkendes Gefühl. Und ohne fühlt man sich nicht gleich gut: man erlebt so zu sagen ein „Down“! Ich möchte jetzt Makeup keinesfalls mit wirklichen existenzerstörenden Drogen vergleichen, aber eine gewisse und extrem subtile Ähnlichkeit darf ich leider schon feststellen.  Vielleicht ist aber auch eher die Tatsache, dass wir unseren Selbstwert von der Wahrnehmung Dritter abhängig machen, das erschreckendere daran. 


Nach wie vor werde ich nicht auf Beauty-Produkte verzichten. Aber es wäre eventuell angebracht, ein wenig bewusster wahrzunehmen, was solch vermeintlich kleine Produkte, grosses für oder eben gegen unseren wahrgenommenen Selbstwert tun. Ich möchte nochmal klarstellen, dass diese ganze Beauty-Welt wirklich einen grossen Teil meiner Freizeit ausmacht und ich sonst keinen Blog angefangen hätte, aber ich denke nach so viel positiven Berichten über meine Schätze, muss auch mal ein wenig Kritik möglich sein. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr mir mal sagen könntet, was ihr so dazu denkt, ob es euch ähnlich geht oder ob ihr, das gar nicht nachvollziehen könnt :) 
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Kommentare

  1. Puh... da hast du mich nachdenklich gemacht.^^ Ich habe kein Problem damit zuhause ohne Make Up rumzulaufen aber dann achte ich trotzdem darauf das ich nicht zu stark glänze weil mich das einfach stört. Wenn ich mal "schnell aus dem Haus muss" (einkaufen oder so) dann reicht es mir auch wenn ich nur Foundation und wenn es möglich ist, noch Mascara zu tragen, einfach nur um nicht so blass auszusehen. Bei der Arbeit ist es immer unterschiedlich, mal trage ich mehr und mal weniger Make Up. Je nach Lust und Laune. ^^
    Ich würde jetzt nicht sagen das ich mit Make Up mein Selbstbewusstsein stärke (das ist zum Glück auch so vorhanden) oder mich sogar wie eine andere Person fühle, aber trotzdem muss ich zugeben das ich mich in der Öffentlichkeit mit Make Up wohler fühle, weil ich dann einfach frischer aussehe. Aber da ich mich meistens eh nicht extrem stark schminke reicht mir oft auch einfach nur Fundation, Blush/Bronzer, Mascara und Eyeliner. Wenn ich Lust auf Farbe habe kommt ein schöner Lippenstift dazu und meine Nägel sind eh immer bunt. Vielleicht trete ich daher im Gesicht mit der Farbe ein wenig zurück. Aber wenn ich feiern gehe oder zu besonderen Anlässen eingeladen bin, dann zaubere ich natürlich alles aus meiner Schminkschublade hervor was ich so da habe. ;) Frau möchte ja immer besser aussehen als die anderen.
    Um das ganze noch einmal zusammen zu fassen ;D :
    Ich kann auch mit wenig Make Up leben (Foundation sollte wenn möglich immer vorhanden sein^^) aber mit Make Up macht das Leben einfach mehr Spaß.
    Lg Kim

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    1. Wow danke für den langen Kommentar Kim :))) Ja also im Alltag trage ich so etwa das gleiche wie du, also auch eher dezent. Aber ganz ohne will ich oftmals eben nicht raus und das stört mich eigentlich auch so daran. Vorallem das Thema Farbe im Gesicht haben ist es, das mich bei mir so stutzig gemacht hat, ich mein wenn ich schon nur ein wenig rouge und foundation oder concealer auflege wirkt sich dass bei mir schon recht stark aufs Gemüt aus :) Aber eben, eigentlich haben wir ja auch die Möglichkeit, also weshalb nicht nutzen oder? :D

      Liebe Grüsse
      Natalie

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  2. Ich finde die neue Serie eine sehr gute Idee, wird sicher spannend :)
    Ich weiss ganz genau was du mit diesem Thema meinst. Auch ich kann mir seit Jahren nicht mehr vorstellen ungeschminkt aus dem Haus zu gehen. Nur ist es bei mir so, dass es an den vielen Pickeln in meinem Gesicht liegt. Wenn ich die nicht abdecke fühle ich mich unwohl und hässlich. Wenn ich schon nur Makeup und Concealer im Gesicht habe fühle ich mich schon wohl. Es geht also nicht darum immer strahlende Augen und was weiss ich alles zu haben, sondern einfach nur eine schöne Haut. Hätte ich die würde ich mich garantiert auch so raus trauen.
    Wenn jemand mit einer schönen Haut ohne Schminke nicht raus kann, dann ist das schon eher schlimm ;) Aber ich denke wenn man einfach ein bisschen Mascara braucht ist das immer noch ziemlich normal ;)

    LG Jenny

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    1. Hej liebe Jenny :)) vielen Dank für den Kommentar. Ein wenig Make-Up und Concealer können viel ausmachen, genau das habe ich auch gemeint. Ich bin zwar wirklich zufrieden mit meiner Haut und kann gut so raus, aber trotzdem fehlt mir dann die Farbe total im Gesicht und ich hab dann das Gefühl irgendwie grau und kränklich zu sein...

      Ganz liebe Grüsse
      Natalie

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  3. Ein sehr schöner Beitrag, dem ich in vielen Punkten zustimmen kann. Auf einer Party würde ich mich komplett ohne Make-up auch sehr unwohl fühlen. Auf der Arbeit oder in der Hochschule ist es mir allerdings nicht so wichtig. Da trage ich auch ab und an so gut wie nichts.

    Für mich hat es als Kosmetikjunkie aber auch noch etwas andere Schattenseiten als die die du beschrieben hast. Mir geht es oft so, dass ich zu wenig Selbstbewusstsein habe um bestimmte Sachen überhaupt zu tragen. Ich habe zum Beispiel wirklich tolle Lippenstifte in allen möglichen Farben, traue mich aber einfach so gut wie nie kräftigere Farben wie Rot oder Pink zu tragen. Irgendwie habe ich ständig Angst als tussig und oberflächlich abgestempelt zu werden. Dabei denken die Leute sowieso was sie wollen und es kann mir eigentlich herzlich egal sein. Mir macht es aber trotzdem etwas aus. Jedes Mal wenn ich mich doch mal traue eine kräftigere Farbe zu tragen schwindet mein Selbstbewusstsein Nahe Null.

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    1. Vielen Dank :) Ich finds total interessant, dass es bei dir, wenn es um knallige Lippenstifte geht, genau umgekehrt läuft wie bei mir. Ich liebe knallige Farben und steche gerne raus, jetzt auf diesen Punkt bezogen und ich denke es hebt mein Selbstbewusst sein enorm an, weil ich mir dann denke, ich tu grad was, was sich nicht jeder traut. Aber bei mir ist eher das Problem, dass ich gerne einen Schritt weiter gehen würde und vielleicht mal blaue oder graue oder sogar grüne Lippen tragen wollen würde, dies aber nicht tu, weil ich denke, dass es einfach too much ist und mich alle schräg anschauen. Natürlich kassiere ich auch komische Blicke bei Neonpink, aber die interessieren mich dann herzlich wenig. Aber für mehr krieg ich den Mut halt auch nicht zusammen, obwohl ich es soooo gern tun würde. Aber ich weiss, was du meinst, ich komm aus einem eher kleinen Städtchen und wenn man da mal ein anständiges / ordentliches Makeup trägt, fällt man schon eher mal (negativ) auf :S Deswegen, haben es meine Freundin und ich richtig ausgenutzt, als wir mal in London waren, da kann man sowieso tragen was man will, kein Mensch schaut dich an ^^

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